Scherben


Thanatos stand ImPuls in der Entstehungsphase von Scherben stets beratend zur Seite.

"Thanatos" war eine Gesellschaft ohne Erwerbszweck mit dem Untertitel "Ausbildungszentrum für palliatives Erleben und integrative Trauerarbeit".  Die Hauptinitiatoren dieser aus ehrenamtlichen Mitarbeitern bestehenden Organisation waren Maria Arens (Krankenpflegerin, spezialisiert in Onkologie und Palliativpflege), Guido Meyer (Dr. phil., Religionswissenschaftler), Irmgard Müsgens (dipl. Psychologin und dipl. Verhaltenstherapeutin) und Petra Thewes (dipl. Psychologin, Krankenpflegerin und Dipl. der Universität Lille in Palliativpflege).  Im medizinischen Bereich der Palliativpflege unterstützte Dr. Norbert Scholzen (Anästhesist und Allgemeinmediziner) das Team durch seine ehrenamtliche Mitarbeit.  Darüber hinaus gab es noch einige weitere ehrenamtliche Mitarbeiter.  Entstanden war die G.o.E. 1995.

"Thanatos" ist in der griechischen Mythologie der Name der Personifizierung des Todes.  Der Name der Initiative war somit ein Stück auch Provokation, denn der Tod als solches und alles, wofür er als Symbol steht, sind in unserer Gesellschaft nach wie vor Tabuthemen.  "Thanatos" verstand sich als Initiative, die Impulse gab, Tabuthemen und aktuelle gesellschaftliche Fragen aufgriff.
Anstoß zur Gründung der Organisation war die Auseinandersetzung mit der Philosophie der Palliativpflege - die Pflege und Begleitung unheilbar Kranker in der Endphase.  Die meisten Initiatoren von "Thanatos" standen zur Zeit der Gründung beruflich in direkter Berührung mit dieser Bewegung.  So galt der erste Einsatz der Verbreitung der Philosophie der Palliativbewegung und der Öffentlichkeitsarbeit zum Tabuthema "Tod", einer Philosophie, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.  Man konnte das Leitmotiv etwa so formulieren :  "Tod, die Dimension 'Tod', ist ein Thema, das die Menschen angeht, eine Dimension, die wir ins Leben integrieren müssen, um sie umzuwandeln in eine Kraft, die dem Leben dient, in lebensspendende Energie.  Wenn wir ein Tabuthema daraus machen, versuchen diese Lebensdimension zu verdrängen, dann wird sie zur Quelle der Angst und droht uns krank zu machen."

Schwerpunkt der Arbeit von "Thanatos" war dabei zur Zeit die Trauerproblematik :  Viele wissen nicht, wie man in unserer "Keep Smiling-Gesellschaft" damit umgeht.  Trauernde werden leider oft als "nicht konform" und "die Ordnung störend" abgeschoben.  In angeleiteten und betreuten Austauschgruppen, in Trauerseminaren sowie auch in Einzelberatungen bot "Thanatos" daher Angehörigen, Trauernden und Betroffenen die Möglichkeit zur Entwicklung von Strategien zur Trauerbewältigung und -verarbeitung.  Für die breite Öffentlichkeit, d.h. jeden der sich dafür interessierte, organisierte die Initiative Vorträge und Seminare, u.a. auch Selbsterfahrungsseminare zur persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit, dem eigenen Tod.

Die ehrenamtlich fungierende Gruppe Thanatos löste sich Ende der 90iger Jahre auf, nachdem sie aktiv an der Gründung des Palliativpflegeverbands der Deutschsprachigen Gemeinschaft mitgewirkt hatte und somit ihre Arbeit an die nun professionell geleitete Organisation übergeben konnte.